AutorThema: Die drei ??? Folgenblock 200-209  (Gelesen 521 mal)

Description:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Männlich Das blaue Wunder

Die drei ??? Folgenblock 200-209
« am: 12.05.2018 19:29 »
Allgemeiner Diskussionsthread zu den Folgen 200-209:

200 - Feuriges Auge (2019)
201 - Höhenangst (2019)
202 - Das weiße Grab (2019)
203 - Tauchgang ins Ungewisse (2020)
204 - Das rätselhafte Erbe (2020)
205 - Der dunkle Wächter (2020)
"Also... Peter! Ich geb hier jetzt auf jeden Fall mal irgendwas ein. Geschlecht... Hm, ja... Männlich! Und das Alter, ja. Moment mal, das hat mich eigentlich immer schon mal interessiert, wie alt bist du eigentlich?"

- DDF (000) - im Kosmos -

Offline Männlich Das blaue Wunder

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #1 am: 14.09.2018 16:47 »
Kurzer Kommentar zum Buch "Höhenangst" (Nr. 201)

Oh Mann, dieses Buch macht einen fertig, in mehrfacher Hinsicht. Ich kann es nicht fassen, dass Minninger es trotz durchaus gegebener Möglichkeiten schon wieder nicht geschafft hat, etwas aus seinem Plot rauszuholen, was sich nur ansatzweise als Optimum bezeichnen lässt. Und doch ist „Höhenangst“ keine Katastrophe und als Hörspiel wahrscheinlich wieder einiges mehr wert. Eigentlich passiert Minninger hier das selbe wie Buchna im „Reich der Ungeheuer“: Man hat eine gute Idee, einen tollen Start und eine tolle Auflösung und dann noch ein Problem: Wie rettet man sich über den Mittelteil, in dem die Bombe möglichst lange nicht platzen, noch nicht alles offensichtlich sein soll, aber der Leser gleichzeitig nicht vor Langeweile aus den Latschen kippen soll? Der Unterschied zum RdU: Buchna hat den besseren Schreibstil und die besseren Ideen. Aber nach der Maxime schreibe ich doch generell kein komplettes DDF-Buch! So funktioniert das auf Dauer nicht! Ich empfehle in dieser Hinsicht Nachhilfestunden bei Erlhoff und Marx. Leider muss hier nämlich ohne Witz jedes einzelne Detail wieder genüsslich erklärt, drei Mal durch den Fleischwolf gedreht und nach allen Regeln der (Buch-)kunst ausgeschlachtet werden. Hälfte 1 lebt quasi davon. Anstatt mal ein paar Personen einzuführen, gibt es lieber einen durchgängig gestelzt redenden Justus, was irgendwann nur noch krampfhaft bemüht wirkt, die 1245. Ausgabe von „Wenn das hier zu krass wird, steige ich aus“-Peter und Theorien, wer wann was warum wo und wozu getan haben könnte. Dabei werden ungefähr alle Möglichkeiten aufgelistet, geprüft, durchleuchtet, zwischenzeitlich verworfen, wieder aufgenommen und irgendwann eventuell bestätigt oder widerlegt. Sämtliche Figuren verstehen es perfekt, so lange um den heißen Brei herumzureden, bis er kalt ist und die Seiten voll sind. Tempo, viel Spannung, Action - da wären doch so viele verdammte Möglichkeiten! Aber Minninger versteift sich lieber darauf, die Zutaten zu Justus‘ 5-Gänge-Menü oder Peters Pizza aufzuzählen und dann noch zu erklären, warum die da drin sind. Ernsthaft? Aber keine Sorge, als Hörspiel wird das wieder funktionieren. Ganz sicher. Ich vergebe aufgrund der besseren zweiten Hälfte eine sehr wohlwollende, zerknirschte 3- und stelle mir die Frage, ob es das jetzt wirklich für mich war oder Minninger nochmal eine Chance bekommen soll in einem Jahr. Bei Dittert bleibe ich jedenfalls konsequent.
"Wer soll sein blödes Maul halten?"
"Die TKKG-Bande!"

- TKKG Lustige Dialoge Part 3 aus
TKKG (095) - U-Bahn des Schreckens
TKKG (088) - Kampf um das Zauberschwert "Drachenauge" -

Offline Männlich Andromeda

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #2 am: 14.09.2018 17:33 »
You are not allowed to view links. Register or Login
Kurzer Kommentar zum Buch "Höhenangst" (Nr. 201)

Oh Mann, dieses Buch macht einen fertig, in mehrfacher Hinsicht. Ich kann es nicht fassen, dass Minninger es trotz durchaus gegebener Möglichkeiten schon wieder nicht geschafft hat, etwas aus seinem Plot rauszuholen, was sich nur ansatzweise als Optimum bezeichnen lässt. Und doch ist „Höhenangst“ keine Katastrophe und als Hörspiel wahrscheinlich wieder einiges mehr wert. Eigentlich passiert Minninger hier das selbe wie Buchna im „Reich der Ungeheuer“: Man hat eine gute Idee, einen tollen Start und eine tolle Auflösung und dann noch ein Problem: Wie rettet man sich über den Mittelteil, in dem die Bombe möglichst lange nicht platzen, noch nicht alles offensichtlich sein soll, aber der Leser gleichzeitig nicht vor Langeweile aus den Latschen kippen soll? Der Unterschied zum RdU: Buchna hat den besseren Schreibstil und die besseren Ideen. Aber nach der Maxime schreibe ich doch generell kein komplettes DDF-Buch! So funktioniert das auf Dauer nicht! Ich empfehle in dieser Hinsicht Nachhilfestunden bei Erlhoff und Marx. Leider muss hier nämlich ohne Witz jedes einzelne Detail wieder genüsslich erklärt, drei Mal durch den Fleischwolf gedreht und nach allen Regeln der (Buch-)kunst ausgeschlachtet werden. Hälfte 1 lebt quasi davon. Anstatt mal ein paar Personen einzuführen, gibt es lieber einen durchgängig gestelzt redenden Justus, was irgendwann nur noch krampfhaft bemüht wirkt, die 1245. Ausgabe von „Wenn das hier zu krass wird, steige ich aus“-Peter und Theorien, wer wann was warum wo und wozu getan haben könnte. Dabei werden ungefähr alle Möglichkeiten aufgelistet, geprüft, durchleuchtet, zwischenzeitlich verworfen, wieder aufgenommen und irgendwann eventuell bestätigt oder widerlegt. Sämtliche Figuren verstehen es perfekt, so lange um den heißen Brei herumzureden, bis er kalt ist und die Seiten voll sind. Tempo, viel Spannung, Action - da wären doch so viele verdammte Möglichkeiten! Aber Minninger versteift sich lieber darauf, die Zutaten zu Justus‘ 5-Gänge-Menü oder Peters Pizza aufzuzählen und dann noch zu erklären, warum die da drin sind. Ernsthaft? Aber keine Sorge, als Hörspiel wird das wieder funktionieren. Ganz sicher. Ich vergebe aufgrund der besseren zweiten Hälfte eine sehr wohlwollende, zerknirschte 3- und stelle mir die Frage, ob es das jetzt wirklich für mich war oder Minninger nochmal eine Chance bekommen soll in einem Jahr. Bei Dittert bleibe ich jedenfalls konsequent.
Das ist für dein Empfinden ein kurzer Kommentar?  012.gif
Bin dann mal auf meinen Eindruck gespannt, der Herr Minninger denkt beim Schreiben der Buchvorlage wohl direkt an das Hörspiel, womöglich verfasst er das Hörspielskript parallel mit.
Skurriler, von mir leicht veränderter Dialogfetzen aus dem Drei-???-Universum:

,,Verschwinde! Hau ab!", schrie Peter ohrenbetäubend, während er voller Ekel, vor der abscheulichen Gestalt der Hexe, seinen Blick zu Boden sinken ließ.
,,Dein Wunsch ist mir Befehl! Ich habe schon einen teuflischen Appetit. Um Mitternacht kehre ich zurück, und dann werde ich dich fressen!", drohte die Hexe, während sie in dem Bruchteil einer Sekunde in schallendes Gelächter ausbrach.
Ein Gelächter, wie es nur aus der Kehle einer teuflischen Gestalt kommen konnte, voller Angst wandte Peter seinen Blick wieder ab. Als er sogleich seinen Kopf wieder hob, war die Hexe spurlos verschwunden.

Offline Männlich Das blaue Wunder

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #3 am: 18.09.2018 11:09 »
@Andromeda - Ich würde eher vermuten, am Anfang war das Hörspielskript. Dann noch ein paar Formulierungen dazu, damit es ein Buch wird.
"Wer soll sein blödes Maul halten?"
"Die TKKG-Bande!"

- TKKG Lustige Dialoge Part 3 aus
TKKG (095) - U-Bahn des Schreckens
TKKG (088) - Kampf um das Zauberschwert "Drachenauge" -

Offline Männlich Andromeda

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #4 am: 18.09.2018 15:28 »
Ich habe heute die Bände ,,Feuriges Auge" und ,,Höhenangst" in einem Rutsch zu Ende gelesen. Beide Bücher gehören meiner Meinung nach zu den besten Büchern der letzten Zeit. Von Folge 200 konnte man das erwarten, von Minningers Band eher weniger, der in meinen Augen sein mit Abstand bestes Werk der letzten Jahre abliefert, was mit weniger unnötigem Füllmaterial auskommt, ein für die drei ??? innovatives Thema bereit hält und bis zum Ende spannend ist. Beider Bücher würde ich von den Noten her im 1er-Bereich einordnen.
Womöglich werde ich zu allen drei Büchern ausführlichere Rezensionen abgeben. Für das Buch von Ben Nevis wird schwer, dieses Niveau zu erreichen, obwohl ich seine Werke größtenteils als gelungen einordnen würde. Abgesehen von seinen Anfangswerken vielleicht.
Skurriler, von mir leicht veränderter Dialogfetzen aus dem Drei-???-Universum:

,,Verschwinde! Hau ab!", schrie Peter ohrenbetäubend, während er voller Ekel, vor der abscheulichen Gestalt der Hexe, seinen Blick zu Boden sinken ließ.
,,Dein Wunsch ist mir Befehl! Ich habe schon einen teuflischen Appetit. Um Mitternacht kehre ich zurück, und dann werde ich dich fressen!", drohte die Hexe, während sie in dem Bruchteil einer Sekunde in schallendes Gelächter ausbrach.
Ein Gelächter, wie es nur aus der Kehle einer teuflischen Gestalt kommen konnte, voller Angst wandte Peter seinen Blick wieder ab. Als er sogleich seinen Kopf wieder hob, war die Hexe spurlos verschwunden.

Offline Männlich Das blaue Wunder

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #5 am: 18.09.2018 20:52 »
Rezension zu Band 200: André Marx - Feuriges Auge

Wie lange hat der Drei ???-Fan auf diesen Augenblick gewartet? Band 200 von André Marx! Schon bei der Ankündigung wusste ich: Kann nur gut werden. Dann noch dazu eine indirekte Fortsetzung zum „Fluch des Rubins“, der zu meinen Lieblingsklassikern gehört. Erst wollte ich - da ich erst seit wenigen Jahren die Bücher lese und vorrangig die Hörspiele konsumiere - auf das Hörspiel warten. Keine 48 Stunden nach Erscheinen des eBooks war dieser Vorsatz vergessen. Dann wollte ich zuerst den Fluch des Rubins lesen. Ich kenne bisher nur das Hörspiel, welches bekanntlich aus einer Ära stammt, in der Kürzungen in der Vertonung das A und O für H. G. Francis waren. Auch das habe ich nicht getan.
Nun bin ich mit den 432 Seiten durch, die Pausen nicht mitgerechnet, dürfte ich etwa 5 Stunden gebraucht haben, so gierig habe ich Seite um Seite verschlungen. Und dennoch möchte ich mich mit Unsterblichkeitsbekundungen, die dieses Buch oder den Autor betreffen, zurückhalten. Was Marx betrifft, so sind seine Fälle aus dem DDF-Kosmos längst nicht mehr wegzudenken. Seine längere kreative Pause zwischen Folge 136 und 169 hat zu immer wieder auftretenden Durststrecken geführt, die meisten Folgen waren Durchschnitt, zu wenig drüber, zu häufig drunter. Was nun dieses Buch betrifft - um es gleich vorwegzunehmen: Es ist nicht Marx‘ stärkste Geschichte und in Anbetracht der vielen Serienhighlights in der Vergangenheit von ihm zählt sie noch nicht einmal zu seinen Stärksten. Nichtsdestotrotz ist das selbstredend Jammern auf ziemlich hohem Niveau.

Bevor ich hier mit Pro und Contra anfange, gibt es erst mal ein ganz großes allgemeines Lob, denn eine solche Geschichte schüttelt man nicht einfach mal innerhalb weniger Tage aus dem Ärmel. An Band 200 waren schon nach Band 175 riesige Erwartungen geknüpft, noch bevor überhaupt irgendetwas zum Inhalt oder Autor feststand. André Marx hat die Herausforderung angenommen und sie gemeistert. Und ich bin mir zu 1000% sicher, dass keiner der anderen derzeit aktiven Autoren dieses Niveau auch nur ansatzweise gestreift hätte.

Weitgehend spoilerfrei zum Allgemeinen, was über das Gesamtwerk hinweg begeistert (Pro):
- Ganz wichtig: Der Schreibstil. Wo ein Christoph Dittert innerhalb eines ganzen Buches keinen vernünftigen Lesefluss aufkommen lassen kann, braucht André Marx den ersten Satz und schon taucht man ein in die DDF-Welt. Unerreicht.
- Die Charaktere: Wer festgelegte Charaktereigenschaften so dermaßen verunstaltet, dass selbst relativ anspruchslose Hörer/Leser verwundert die Stirn runzeln, der kann nicht damit rechnen, dass - egal, was da an Handlung verbrochen wird - das Buch noch irgendwie als gut eingestuft werden kann. Bei Serien leben Bücher von Ihren Haupt- und den regelmäßig auftretenden Nebencharakteren und deren Art und Interaktion untereinander. Das beherrscht Marx auch hier nahezu perfekt (wobei mir persönlich missfällt, dass aktuell gefühlt jeder daran herumschraubt, was Tante Mathilda am liebsten im Fernsehen schaut. Erst sind es Horrorfilme (182), dann Astro TV (188), jetzt James Bond-Verschnitte). Darüber kann man aber hinwegsehen. Marx präsentiert das hier glaubwürdiger als Sonnleitner den Horrorfilm-Trip.
- Der Humor. Er zündet ausnahmslos immer, wird nie unpassend eingesetzt, ist nie oberflächlich nach „Lach drüber!“-Art und lockert die ganze Geschichte an den richtigen Stellen durch die richtigen Charaktere auf.
- Die Teamarbeit. Marx arbeitet gerade im zweiten und dritten Band exzellent das heraus, was man nach dem Hören von Folgen wie dem Ameisenmensch und dem tanzenden Teufel gar nicht vermuten würde: Die drei ??? brauchen sich gegenseitig und Justus käme auf Dauer nicht ohne seine Kollegen zurecht, bzw. könnte sein Können nicht langfristig hundertprozentig entfalten.
- Die Wendungen wirken nie unpassend, zu häufig oder zu unglaubwürdig, alles ist schlüssig und es wird kein Handlungselement eingeworfen, welches nicht wieder aufgelöst oder vergessen wird.
- Selbst bei Längen wird man nicht aus der Geschichte gerissen. Der Erzählstil hält den Leser über alle 432 Seiten bei der Stange, mal etwas mehr, mal etwas zurückgefahrener.
- Die Detektive wirken hier viel „menschlicher“ oder „echter“ durch die gelungene Einbindung persönlicher Differenzen mit den Eltern/Erziehungsberechtigten. Diese werden genau im richtigen Maß eingebracht und gut dosiert, auch was die dazugehörige Ermittlungsarbeit angeht. Und Marx schafft es sogar, dass die kleine Szene am Strand zu Beginn von Band 3 alles andere als kindisch oder aufgesetzt wirkt. Ein bisschen stehen Marx diesbezüglich zwar die Ereignisse aus „Im Bann des Drachen“ (192) im Weg, aber darüber kann man in der Hinsicht hinwegsehen, dass Christoph Dittert das dort auch völlig bescheuert, sinnlos und unglaubwürdig platziert hat, nur damit die drei ??? unbemerkt einen Abstecher nach Shanghai machen können. Sagen wir einfach, Folge 200 spielt davor. Es ist doch sowieso Blödsinn, dass die großen Fälle immer just dann kommen, wenn ne Jubiläumszahl ansteht.
- Morton. Ob aus Respekt vor Andreas v. d. Meden oder nicht - Danke, dass Morton zwar erwähnt wird, wo es Sinn ergibt, aber keinen Text hat. Das ist super so und es darf gerne so bleiben.
- Es gibt Gott sei Dank keine über drei Bände gestreckte Jagd außerhalb von Rocky Beach in Indien und nicht einmal der komplette dritte Band spielt dort. Auch hier: Dosis perfekt. Fürs Finale war der Trip wohl nahezu unumgänglich, aber das wurde so exzellent gelöst.

Nun gibt es aber doch den einen oder anderen Kritikpunkt (Contra):
- Bei Band 175 hatte sich jeder der drei Autoren seine eigene kleine Geschichte gestrickt, diese zum Ende des Bandes hin abgeschlossen und nur hin und wieder wurde erkennbar gemacht, dass es da eigentlich einen großen Fall gibt. Das führte im Hörspiel leider dazu, dass man nach den einzelnen Teilen nicht augenblicklich danach lechzte, die nächste CD zu hören. So schlimm ist es hier nicht, aber auch Marx setzt, nachdem am Ende von Band 1 und 2 jeweils gerade Tempo angesagt ist, jedes Mal wieder neu an beim darauffolgenden Band. Durch den Erzählstil wird man dennoch wie erwähnt nicht aus der Geschichte geschmissen und muss sich mühsam wieder rantasten, schade ist es dennoch. Und das noch aus einem anderen Grund, von dem mein nächster, größter Kritikpunkt handelt.
- Teil 2 ist das mit Abstand schwächste Glied der Kette und zieht leider die Gesamtwertung ordentlich runter. Marx entscheidet sich, Teil 1 nochmal zu erzählen, mit alldem, was Justus in dieser Zeitspanne erlebt hat (ich denke, ich spoilere da nicht allzu viel, der Titel von Band 1 und der Klappentext verraten es ja ohnehin schon). Leider hätte man sich hier deutlich kürzer fassen können. Sehr deutlich. Ich habe wirklich immer mehr auf die letzte Seite hingefiebert, auf der es dann zur Ausgangssituation vom Ende des ersten Teils kommt. Das Ganze gerät mehr und mehr zu einem Kammerspiel. Hätte sich Marx zu Beginn des ersten Teils einfach ein wenig straffer gefasst mit weniger Gedanken darum, wo Justus bloß sein könnte, dann hätte man die Essenz des zweiten Teils zwischenzeitlich auch schon dort unterbringen können ohne dass es sonderlich gequetscht gewesen wäre. Letzten Endes macht es das Gesamtwerk natürlich durch viele der oben genannten Pro-Faktoren nicht kaputt, aber nicht mal Herr Marx kann seitenlang über für die eigentliche Handlung ziemlich Irrelevantes dozieren, ohne dass das irgendwann mal zu Punktabzug führt.
- Das Finale. Eigentlich perfekt. Und doch schade, dass man hier etwas am Ende offen lässt, was ich schon ziemlich wichtig finde. Gerade weil man auf eben diesen nicht existierenden Moment ab spätestens der Mitte von Band 2 heiß gemacht wird. Ich rede hier wirklich nicht von einem Showdown nach „Star Wars“-Art, eher Richtung Feuermond - ein Duell auf intellektueller Ebene.
- (Jetzt doch mal ein kleiner Spoiler): Die Sache mit Sphinx. Das hängt am Ende ein wenig in der Luft. Weder treffen wir alte Bekannte, noch hat diese Einbringung für mich sonst einen nachvollziehbaren Sinn. Es ist natürlich nett, dass man hier nicht nur auf den Spuren von Folge 5 wandelt und auch noch andere Fälle oder ähnliche Szenarios aus älteren Fällen auftauchen, aber der Fall Toteninsel hat für mich hier nicht reingepasst und es gibt am Ende kein Szenario mehr, dass diese Sache nochmal zumindest im Ansatz rechtfertigt. Erinnerungen an alte Fälle - immer. Aber nicht nach dem Prinzip: „Fall 200 - da kann ich doch hier und da wo es halbwegs plausibel erscheint einen älteren Fall mit reinbringen.“ (Spoiler Ende).

Was ich nicht wirklich als Kritikpunkt sehe, aber auch nicht als Pluspunkt, ist, dass Fall 200 ein bisschen von allen vier bisherigen Trilogien hat. Ich fühlte mich vor allem an Geisterbucht erinnert, auch da spielten die Themen Indien und Edelstein eine große Rolle und auch da gibt es diese - wenn auch hier weitaus besser charakterisierte - Verbrecherbande. Auch von anderen „kleineren“ Werken, vorrangig von seinen eigenen, hat Marx sich Inspirationen geholt, so zB vom „brennenden Schwert“.
Die Punktevergabe verliert in dem Moment ihre Aussagekraft, wenn man „Feuriges Auge“ all dem gegenüberstellt, was insbesondere Dittert und Minninger in der letzten Zeit verbrochen haben. Natürlich kann man nicht ohne drastische Untertreibung sagen, der Band sei 4x so gut wie „Im Bann des Drachen“ oder „Die flüsternden Puppen / Die Zeitreisende“. Und es ist auch schwierig zu sagen, dass „Im Auge des Sturms“ und „Geheimnis des Bauchredners“ besser waren, nur weil die Sternevergabe dort höher war, man vergleicht mit einem Dreiteiler! Aber das Bewertungssystem hat eben seine Grenzen, nach oben wie auch nach unten.
Letzten Endes möchte ich einfach nur sagen: Danke, Herr Marx. Danke. Sie schreiben die 250, ja? :)

Zuletzt noch, was ich mir längentechnisch ins Hörspiel wünsche:
- Bei Teil 1 kann man den Beginn gerne straffen, bis die Ratlosigkeit der Ermittlungsarbeit gewichen ist. Der Rest passt (70 Minuten)
- Bei Teil 2 kann gerne alles Überflüssige raus / schnell abgehandelt werden. Ich weiß, es wird nicht so kommen, aber reichen würden definitiv 45 Minuten.
- Teil 3 sollte nach Möglichkeit nahezu ungekürzt vertont werden, vielleicht mit der Streichung einiger kleinerer Szenen und einem straffen Skript, aber ich habe keine größeren Sorgen, dass 80 Minuten zu viel sein könnten.
- Und ich weiß übrigens auch selber, dass Minninger da seine ganz eigenen Vorstellungen hat. Aber einen Versuch isses wert.

Band 1: Note 1 (14 Punkte)
Band 2: Note 3 (08 Punkte)
Band 3: Note 1 (14 Punkte)
Gesamtnote: 2+ (12 Punkte)
"Also... Peter! Ich geb hier jetzt auf jeden Fall mal irgendwas ein. Geschlecht... Hm, ja... Männlich! Und das Alter, ja. Moment mal, das hat mich eigentlich immer schon mal interessiert, wie alt bist du eigentlich?"

- DDF (000) - im Kosmos -

Offline Männlich Andromeda

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #6 am: 18.09.2018 21:51 »
Indem Marx den zweiten Teil lediglich aus Sicht des ersten Detektivs schildert, fehlt Raum, um die Hintergrundgeschichte des Klassiker ,,Fluch des Rubins" ausführlicher vorzustellen. Für meine Geschmack hätte der Aufenthalt aufgrund der Authentizität bedeutend länger sein können.
Die Endsequenzen wirkten mancherorts abgehetzt, um in das Korsett der Seitenbegrenzung zu passen.
Beispielsweise fehlt ein Verweis auf die Bande der Schwarzbärte, diese kriminelle Vereinigung hätte zumindest marginal eine Rolle in diesem Jubiläumsband spielen können.
Selbst der Klassiker ist auf die Beweggründe der Schwarzbärte nur am Rande eingegangen. In dem Interview auf rocky-beach.com ist er darauf kurz eingegangen. Den zweiten Teil hätte es dramaturgischer Sicht nicht in der vorliegenden Komplexität geben müssen.
Bei den auftretenden Charakteren fehlen ambivalente Rollen bzw. die wahren Intentionen der handelnden Personen fliegen rasch auf, ohne den Leser lange im Dunkeln schmoren zu lassen.
Positiv lässt sich auf jeden Fall hervorheben, dass es Marx unterlässt, den Leser mit unzähligen Nebenpersonen zu verwirren, die Anzahl der agierenden Personen bleibt stets in überschaubarem Rahmen.
Ich kann mich ansonsten lediglich den positiven Bemerkungen des blauen Wunders anschließen.

Was ich mir in Relation zu der in circa einem Jahr erscheinenden Hörspielumsetzung frage, ist, mit welchen Sprecherpersönlichkeiten angestammte Rollen, welche bereits in dem Klassiker auftraten, besetzt werden. Vornehmlich Joachim Wolff (Mr. Dwiggins) und Gottfried Kramer (Mr. Rhandur), selbst wenn diese beiden Sprecher noch leben würden, wären sie 98 bzw. 93 Jahre alt.
Ohnehin bin ich zum Zerbersten gespannt darauf, welche Sprecher*innen uns in Folge 200 den Hörgenuss versüßen werden.
Im Sommer nächsten Jahres wissen wir mehr.

Ich gebe insgesamt eine 1-.

Skurriler, von mir leicht veränderter Dialogfetzen aus dem Drei-???-Universum:

,,Verschwinde! Hau ab!", schrie Peter ohrenbetäubend, während er voller Ekel, vor der abscheulichen Gestalt der Hexe, seinen Blick zu Boden sinken ließ.
,,Dein Wunsch ist mir Befehl! Ich habe schon einen teuflischen Appetit. Um Mitternacht kehre ich zurück, und dann werde ich dich fressen!", drohte die Hexe, während sie in dem Bruchteil einer Sekunde in schallendes Gelächter ausbrach.
Ein Gelächter, wie es nur aus der Kehle einer teuflischen Gestalt kommen konnte, voller Angst wandte Peter seinen Blick wieder ab. Als er sogleich seinen Kopf wieder hob, war die Hexe spurlos verschwunden.

Offline Männlich Andromeda

Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #7 am: 20.09.2018 12:39 »
Auch der Band von Ben Nevis hat mich beinahe vollends überzeugt. Kammerspielartige Kriminalfälle, die in der Einsamkeit spielen, haben es mir ohnehin angetan. Es bleibt dabei alle drei Bände bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau. Dieses Buch hat eine 2+ verdient.
Skurriler, von mir leicht veränderter Dialogfetzen aus dem Drei-???-Universum:

,,Verschwinde! Hau ab!", schrie Peter ohrenbetäubend, während er voller Ekel, vor der abscheulichen Gestalt der Hexe, seinen Blick zu Boden sinken ließ.
,,Dein Wunsch ist mir Befehl! Ich habe schon einen teuflischen Appetit. Um Mitternacht kehre ich zurück, und dann werde ich dich fressen!", drohte die Hexe, während sie in dem Bruchteil einer Sekunde in schallendes Gelächter ausbrach.
Ein Gelächter, wie es nur aus der Kehle einer teuflischen Gestalt kommen konnte, voller Angst wandte Peter seinen Blick wieder ab. Als er sogleich seinen Kopf wieder hob, war die Hexe spurlos verschwunden.

Offline Männlich Mr. Murphy

  • Mr. Murphy ist Mitglied im offiziellen Support-Team von TKKG-Bande.de
  • Hardcore Poster/in
  • Beiträge: 3946
  • *
  • - Erhaltener Dank: 571
  • - Virtuelle TKKG-Sammlung
  • Member der ersten Stunde - Diese Medaille wurde ausschließlich an Mitglieder/innen verliehen, die bereits in der Anfangszeit des Forums TKKG-Bande.de sehr aktiv waren.1. Platz und damit Gewinner der März-Teamwahl 20141. Platz und damit Gewinner der Oktober-Teamwahl 2015
Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #8 am: 22.09.2018 13:43 »
Inzwischen bin ich mit Band 1 von der Folge 200 durch. Ein Kommentar folgt, wenn ich mit der Trilogie durch bin. Direkt davor hab ich den "Fluch des Rubins" erstmals gelesen.

Bemerkungen zu Folge 200, Band 1:

Kein Spoiler: Witzige Szene im 1. Teil: Als die drei ??? den Anwalt besuchen, baumelt seine Brille bei ihm am Ohr. Diesmal ergibt das wenigstens Sinn, denn ... Ich musste bei der Szene lachen.

Frage: Warum sträuben sich Peter und Bob, dass ein Elternteil sie bei einer Autofahrt begleitet? Früher waren sie auch oft zu viert unterwegs - mit Morton!


Der erste Band hat mir schon mal sehr gut gefallen. Jetzt fange ich mit dem 2. Band an. Kann es sein, dass eine Kapitelüberschrift aus Band 2 mit dem Nicknamen eines Forums-User übereinstimmt?  005.png
~S0077~  Userwahl 2015

Mr. Murphy wurde mit folgendem Preis ausgezeichnet:

*b_i_07* Bester Beitrag-Schreiber


_____________________________________


Ist kegeln mit Thomas Anders als mit Dieter Bowlen?

Wenn einem die dritten Zähne in die Nudeln fallen, hat man dann Zahnpasta?

Liebe ist, wenn beide vom Waldspaziergang zurück kommen.

Offline Männlich Mr. Murphy

  • Mr. Murphy ist Mitglied im offiziellen Support-Team von TKKG-Bande.de
  • Hardcore Poster/in
  • Beiträge: 3946
  • *
  • - Erhaltener Dank: 571
  • - Virtuelle TKKG-Sammlung
  • Member der ersten Stunde - Diese Medaille wurde ausschließlich an Mitglieder/innen verliehen, die bereits in der Anfangszeit des Forums TKKG-Bande.de sehr aktiv waren.1. Platz und damit Gewinner der März-Teamwahl 20141. Platz und damit Gewinner der Oktober-Teamwahl 2015
Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #9 am: 28.10.2018 10:45 »
Ladies and Gentlemen, this is Jubiläumsbox Number Five

Mit der Folge 200 präsentiert Kosmos bereits die fünfte Jubiläumstrilogie. In ihrem 200. Fall bekommen es die drei ??? noch einmal mit dem Fall "Der Fluch des Rubins" zu tun. Die Vorankündigung löste nicht nur positives Feedback aus. Wie ist Jubiläum Nr. 5 geworden? Eine sehr gelungene Mischung aus einer spannenden und interessanten Geschichte mit richtiger Ermittlungsarbeit, wiederkehrende sowie neue Figuren und ungelöste/unbekannte Details aus der Vergangenheit ist "Feuriges Auge" von André Marx. Ich gehöre zu den Fans, denen die Struktur des Dreiteilers sehr gut gefallen hat. Band 1 wird aus der Sicht von Peter und Bob erzählt, in Band 2 erfährt der Leser was Justus währenddessen erlebt hat. In Band 3 wird zuerst zu dritt weiter ermittelt und dann gibt es eine Reise nach Indien. Meine Befürchtung, für den Indien-Teil sind zuwenig Seiten vorhanden, hat sich zum Glück NICHT erfüllt. Das hat Marx genau richtig gemacht, meiner Meinung nach. Die Ermittlungsarbeit am Anfang von Band 3 ist zwingend notwendig, sonst wäre das weitere Geschehen unglaubwürdig. (Man würde von Kommissar Zufalls extremem Einsatz sprechen.) Für mich ist der 2. Band der beste der 3 Bände. Dieser Teil der Story ist ein überwiegend super Psychothriller. Das Comeback von Sphinx fand ich gut.

Durch den Streit mit ihren Eltern wirkt die Geschichte grundsätzlich glaubwürdiger als sonst meistens in der Serie. Die Detektive wirken dadurch echter, dem Leser wird bewusst, dass die drei ??? Kinder sind (sofern sie es vergessen haben sollten). Das Verhalten der Eltern empfinde ich nicht als unrealistisch. Das gilt auch für die Indien-Reise: Das wird ja relativ glaubwürdig gelöst: Tante Mathilda überredet die anderen Eltern. Wer die Serie schon lange kennt, weiß, dass sie das kann. Die Haupt- und Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet worden. Allerdings beherrscht Marx diesen Bereich immer perfekt. Der Humor passt immer wunderbar in die Geschichte (das ist nicht immer so innerhalb der Serie).

Ein interessanter Aspekt ist die Teamarbeit, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Marx schreibt, dass die drei ??? sich gegenseitig brauchen und Justus auf Dauer nicht ohne seine Kollegen zurecht käme , bzw. sein Können nicht langfristig hundertprozentig entfalten könnte. Es ging meiner Meinung nach Marx vor allem darum, den Vorwurf zu entkräften, dass die drei ??? nur eine Sherlock Holmes Kopie ist mit zwei Helfern. (Wahrscheinlich ausgelöst durch die Beschäftigung mit dem Klassiker "Fluch des Rubins"). Folgende Probleme ergeben sich in der Serie allerdings zwangsläufig: Seit der Massenverbreitung des Internets kann Bobs spezielle Fähigkeit im Prinzip jeder der drei ??? nebenbei erledigen und wenn der Gegenspieler eine Waffe hat, hat auch Peters Kraft meistens keine Chance.

FAZIT: Der Fall ist insgesamt gut geworden. Für die Bestwertung reicht es nicht ganz. Note 2 Plus.


Hier noch mein Ranking aller Jubiläumstrilogien = Platz 1: Feuermond, Platz 2: Toteninsel, Platz 3: Feuriges Auge, Platz 4: Geisterbucht, Platz 5: Schattenwelt
~S0077~  Userwahl 2015

Mr. Murphy wurde mit folgendem Preis ausgezeichnet:

*b_i_07* Bester Beitrag-Schreiber


_____________________________________


Ist kegeln mit Thomas Anders als mit Dieter Bowlen?

Wenn einem die dritten Zähne in die Nudeln fallen, hat man dann Zahnpasta?

Liebe ist, wenn beide vom Waldspaziergang zurück kommen.

Offline Männlich Mr. Murphy

  • Mr. Murphy ist Mitglied im offiziellen Support-Team von TKKG-Bande.de
  • Hardcore Poster/in
  • Beiträge: 3946
  • *
  • - Erhaltener Dank: 571
  • - Virtuelle TKKG-Sammlung
  • Member der ersten Stunde - Diese Medaille wurde ausschließlich an Mitglieder/innen verliehen, die bereits in der Anfangszeit des Forums TKKG-Bande.de sehr aktiv waren.1. Platz und damit Gewinner der März-Teamwahl 20141. Platz und damit Gewinner der Oktober-Teamwahl 2015
Antw:Die drei ??? Folgenblock 200-209
« Antwort #10 am: 28.10.2018 10:48 »
News von Kosmos:

Im März 2019 erscheinen die neuen Bücher „Tauchgang ins Ungewisse“ von Kari Erlhoff, „Das rätselhafte Erbe“ von Marco Sonnleitner und „Der dunkle Wächter“ von Ben Nevis sowie „… und die Totenkopfbucht“ (mit verschlossenen Seiten) von Marco Sonnleitner und der Sammelband „Drachenblut“.

Bei „… und die kniffligsten Rätsel“ handelt es sich entweder um Folge 3 oder einen Sammelband der Rätselreihe.
~S0077~  Userwahl 2015

Mr. Murphy wurde mit folgendem Preis ausgezeichnet:

*b_i_07* Bester Beitrag-Schreiber


_____________________________________


Ist kegeln mit Thomas Anders als mit Dieter Bowlen?

Wenn einem die dritten Zähne in die Nudeln fallen, hat man dann Zahnpasta?

Liebe ist, wenn beide vom Waldspaziergang zurück kommen.